Psychotherapie: Der psychologische Dienst stellt sich vor


 

Der psychologische Dienst der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie besteht aus 12 approbierten und teilapprobierten Psychologischen Psychotherapeuten sowie im Schnitt 15 PIAs. Er arbeitet interdisziplinär mit den anderen Fachtherapeuten und Ärzten zusammen und bietet allen Patientinnen und Patienten unserer Klinik ein breites psychotherapeutisches Behandlungsangebot in Einzel- oder Gruppentherapiesetting. Die psychologischen Psychotherapeuten sind dabei in die therapeutischen Teams der Stationen eingebunden, bieten aber darüber hinaus auch stations- und störungsübergreifende Therapien an. Die Übernahme von psychologischen Therapien erfolgt in Absprache mit den ärztlichen Kollegen der Station und wird nach fachlicher Einschätzung und Indikation entschieden. Die Psychologen arbeiten dabei schwerpunktmäßig nach den Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Ein zentrales Anliegen der Kognitiven Verhaltenstherapie ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist es, die unter einer psychischen Erkrankung Leidenden dabei zu unterstützen, ihre seelischen und zwischenmenschlichen Probleme wieder selbständig zu bewältigen.

 

Diagnostik:

Unsere Psychologen bieten die Möglichkeit einer umfassenden diagnostischen Untersuchung an. Zu den Zielen gehören a) Überprüfung des Schweregrades einer psychischen Störung, auch im Verlauf, b) die Überprüfung des derzeitigen kognitiven Leistungsniveaus und c) die Feststellung von Persönlichkeitszügen und deren Bedeutung für die psychische Störung der Betroffenen. Die Erfassung von Symptomen und spezifischen Störungsbildern dient vornehmlich der Schweregradeinschätzung, der Verlaufskontrolle und der Evaluation des Therapieerfolgs. Der psychologische Dienst der Klinik verwendet dabei ein breites Spektrum an aktuellen neuropsychologischen Verfahren und klinischen Instrumenten

 

Psychologische Einzeltherapie:

Die Einzeltherapie erstreckt sich je nach Bedarf und Erfordernis auf die Bereiche Beratung, Krisenintervention, Informationsvermittlung, supportive Psychotherapie, problemzentrierte Behandlung und störungsspezifische Behandlung. Je nach Indikation werden die Zeitdauer der Behandlung, die Sitzungsanzahl und die Therapiedichte individuell festgelegt, wobei Patienten mit erhöhtem Psychotherapiebedarf stationsübergreifend einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Komplexbehandlung zugeführt werden. Der Behandlungsverlauf wird regelmäßig nach jedem Termin dokumentiert und anhand von standardisierten psychometrischen Instrumenten im Verlauf evaluiert. Die Einzeltherapien werden engmaschig in einer internen Fallbesprechung oder durch einen externen Supervisor supervidiert, so dass ein qualitativ hochwertiger Standard gewährleistet ist.

 

Psychologische Gruppentherapie:

Generell werden alle Gruppentherapien des Hauses für ambulante, teilstationäre und stationäre Patienten unseres Hauses angeboten. Ausnahme bilden stationsinterne Gruppen. Dabei bieten wir störungsspezifische Gruppentherapien zu folgenden Erkrankungen an: Depressionen, Bipolarer Erkrankung, ADHS, Angststörungen, Schizophrenie, Suchterkrankungen und gerontopsychiatrischer Störungsbilder. Darüber hinaus werden kognitiv-verhaltenstherapeutische Trainings zu emotionalen und sozialen Kompetenzen, Stressbewältigung, Metakognitionen sowie Verfahren zu Achtsamkeit und Entspannung im Gruppensetting angeboten. Weiterhin wird Interpersonelle Kommunikation für chronische Depressionen im Rahmen einer CBASP-Gruppe mit den Patienten durchgeführt. Psychoedukative Gruppen komplettieren diese Angebote.

Für Patienten, die trotz Remission unter kognitiven Störungen und Einbußen ihrer Leistungsfähigkeit leiden, bieten wir ein Trainingsprogramm zur Verbesserung von Konzentration, Gedächtnis und der allgemeinen Leistungsfähigkeit an

 

Körperbezogene Verfahren:

Mittels der Biofeedback-Methode wird Patienten eine Rückmeldung über unbewusste Körperprozesse gegeben mit dem Ziel, einen Einfluss auf diese zu erlernen. Biofeedback wirkt dabei spezifisch auf ausgewählte Körperfunktionen. Geeignet ist das Verfahren insbesondere für Patienten/innen, die als Ursache, Symptom oder Folge ihrer psychischen Erkrankung Probleme damit haben, sich in ausreichendem Maße zu entspannen und innere Unruhezustände zu kontrollieren. Außerdem wird im Gruppensetting Sporttherapie sowie Yogatherapie für verschiedene Erkrankungsbilder angeboten. Bei der Sporttherapie-Gruppe soll insbesondere die körperliche Fitness in einem aerobem Ausdauertraining (Zirkeltraining, Aerobic, Boxen) sowie das Selbstkonzept der Patienten verbessert werden. Yoga wird nach der Ashtanga-Methode angeboten.

 

Spezialsprechstunden:

Der psychologische Dienst betreut im Rahmen der Psychiatrischen Institutsambulanz der Klinik auch Patienten im ambulanten Setting und ist an verschiedenen interdisziplinären Spezialsprechstunden der Ambulanz beteiligt.