Station 93-3 - Behandlungsschwerpunkt bipolare Störungen und Wahlleistungsstation

Die Station 93-3 ist eine durchgehend offen geführte, gemischtgeschlechtlich belegte, Schwerpunkt-Station für bipolare Patienten. Sie ist mit 12 Einzel- und 3 Zweibettzimmern für Wahlleistungspatienten ausgelegt.

Menschen, die an einer bipolaren Erkrankung (auch manisch-depressive Erkrankung genannt) leiden, haben Phasen, in denen sie traurige und gedrückte Stimmung und wenig Antrieb beklagen (Depression) und aber auch Episoden mit gehobener oder gereizter Stimmung und gesteigertem Antrieb (Manie bzw. Hypomanie, wenn diese Phase nicht so stark ausgeprägt ist). Zwischen diesen Phasen sind die Patienten (fast) vollständig gesund. Die Erkrankung ist häufig und betrifft ca. 1 % der erwachsenen Bevölkerung weltweit. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Die Ursachen der bipolaren Störung sind vielfältig und zum Teil noch unverstanden. Veranlagungsfaktoren (Risikogene) und Stress spielen eine wesentliche Rolle. 

Oft wird die bipolare Störung nicht erkannt oder anders diagnostiziert, was für die Behandlung, den Verlauf und die Prognose ungünstig ist: Die Behandlung der bipolaren Erkrankung unterscheidet sich nämlich von anderen psychiatrischen Erkrankungen. Sie umfasst neben einer spezifischen Psychotherapie auch eine spezifische medikamentöse Therapie, Stimmungsstabilisatoren gelten sind hier die Grundlage der Behandlung. Mehr zur bipolaren Erkrankung an sich finden Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS). 

Im Rahmen unserer Schwerpunktstation behandeln wir Patienten mit einer bipolaren Störung mit leitliniengerechter Therapie in einem umfangreichen und integrierten Therapiekonzept. Dieses hat 3 Säulen und besteht aus Psychopharmakotherapie (in erster Linie Stimmungsstabilisatoren), spezifischer Psychotherapie und Soziotherapie. Die medikamentöse Behandlung der bipolaren Störung erfolgt nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Empfehlungen und den aktuellen Leitlinien (S3-Leitlinie der DGPPN) und beinhaltet neben einer standardisierten psychometrischen Befunderhebung auch die regelmäßige Kontrolle der Blutspiegel (Therapeutisches Drug Monitoring, TDM). Auch bieten wir weitere, nicht-medikamentöse Therapien wie Licht- und Wachtherapie und repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) und Elektroheilkrampftherapie (EKT) an. Ein besonderes Augenmerk unserer Station liegt auch auf der Diagnostik bzw. Abgrenzung eines eventuell co-morbid vorhandenen adulten ADHS, das wir standardisiert und wissenschaftlich valide diagnostizieren und dann ggf. eine Behandlung einleiten. 

Im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung besteht die Möglichkeit für Patienten und Angehörige, getrennt voneinander an einer Psychoedukationsgruppe teilzunehmen, in der grundlegendes Wissen über die Erkrankung vermittelt wird Darüber hinaus gibt es für die bipolaren Patienten eine darauf speziell abgestimmte spezifische Psychotherapiegruppe sowie bei Bedarf auch individualisierte Einzelpsychotherapie. Psychoedukative Gruppen zum Thema Schlaf und Ernährung vervollständigen unser Angebot. Natürlich stehen den Patienten auch alle allgemeinen Therapieangebote des Hauses, wie Training von sozialen Kompetenzen, Genussgruppe, Stressbewältigungsgruppe, Konzentrationstraining, Entspannungstherapie (Muskelentspannung nach Jacobsen), Musiktherapie, Kunsttherapie, Ergotherapie, und Physiotherapie offen. Sie werden in einen individuellen Therapieplan mit speziellen Angeboten für bipolare Patienten integriert. Wir arbeiten darüber hinaus eng mit der trialogischen Fachgesellschaft DGBS (www.dgbs.de) zusammen.

Die stationäre Behandlung wird im ambulanten Bereich durch eine angegliederte Spezialsprechstunde ergänzt.

Zudem bieten wir Donnerstag nachmittags von 16:00 bis 17:30 Uhr eine Telefonsprechstunde für Patienten mit bipolarer Störung an (durchgeführt von den Stationsärzten der Schwerpunktstation 93-3 (Telefon: 0157-76401769).

Unser motiviertes und erfahrenes Behandlungsteam ist multiprofessionell und umfasst einen Oberarzt, zwei Ärzte/innen, zwei Psychologinnen, einen Sozialarbeiter und elf Pflegekräfte. Alle Mitarbeiter der Station werden kontinuierlich über die bipolare Störung weitergebildet, unter anderem auch in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e. V.

Zur Terminvereinbarung eines Aufnahmetermins wenden Sie bzw. Ihr behandelnder Psychiater sich an die Anmeldung der Psychiatrischen Institutsambulanz  (Telefon: 069-6301-5079).

 

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