Therapieangebote

Stationäres Behandlungsprogramm für schizophren Erkrankte

Aufbau eines integrativen Behandlungsangebotes, das aufeinander abgestimmt die wesentlichen Therapieelemente enthält, deren Wirksamkeit auf den Krankheitsverlauf in internationalen Studien empirisch nachgewiesen wurde.

Ziel der störungsspezifischen Interventionen sowohl im Einzelfall- als auch im Gruppensetting ist die Erarbeitung eines Verständnisses der besonderen Vulnerabilität, in der die psycho-biologische Grundlage schizophrener Störungen anzunehmen ist

Neben den medikamentösen und kognitiv-verhaltenstherapeutischen Einzelfallbehandlungen werden auf der Station halboffene Gruppenprogramme angeboten, die inhaltlich aufeinander bezogen sind und ein geschlossenes Therapiekonzept ergeben.

- Kognitive Remediation: Ausgehend vom Konzept der Basisstörungen der Schizophrenie werden die grundlegenden Defizite der Informationsverarbeitung (z.B. Konzentration, Konzeptbildung, verbale Kommunikation) durch gezielte Übungen unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen trainiert. Sowohl bei der beruflichen Wiedereingliederung der Patienten, als auch bezüglich der Rehabilitation konnten günstige Effekte empirisch belegt werden.

- Training im Umgang mit Emotionen: Emotionale Verarbeitung in Interaktion mit  kognitiven Prozessen und sozialen Kompetenzen ist bei schizophren Erkrankten therapeutisch bisher wenig bearbeitet worden. Von der Arbeits- und Forschungsgruppe „Integrative Therapie bei psychotischen Erkrankungen“ mit Schwerpunkt auf Psychotherapie und emotionaler Verarbeitung wird zurzeit ein eigenes Therapieprogramm mit Betonung kognitiv-verhaltenstherapeutischer Bestandteile entwickelt. Dieses fokussiert sowohl auf den angemessenen Umgang mit positiven und vor allem negativen Gefühlen, als auch auf deren Abgrenzung von psychosebedingten Gefühls- und Erregungszuständen.

- Psychoedukation: Da es sich bei der Schizophrenie um eine häufig chronifizierende Erkrankung handelt, bedarf es für die Patienten eines Selbstmanagements der Erkrankung. Um den Verlauf positiv zu beeinflussen und Rückfälle zu verhindern,  werden Fähigkeiten aufgebaut und erlernt wie: Erwerb störungsspezifischen Wissens, Erkennen von Frühwarnzeichen, Identifikation von Stressoren, die einen Rückfall begünstigen etc.

- Angehörigengruppe: Parallel zur Therapie der Patienten wird den Angehörigen eine themenzentrierte Angehörigengruppe (8 Sitzungen jeweils 1 1/2 Stunden in wöchentlichem Turnus) angeboten.